Shortlist des 4. Anna-Haag-Preises 2026

Der Förderkreis der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg gibt die Shortlist für den Anna-Haag-Preis 2026 bekannt. Der mit 10 000 Euro dotierte Landespreis für Literatur wird jährlich vergeben, um herausragende Autor:innen am Beginn ihrer literarischen Karriere sichtbar zu machen.

Für den diesjährigen Preis nominiert sind:

Betty Boras

Das schönste aller Leben


Nach dem Ende der Diktatur in Rumänien kommt die 6-jährige Vio mit ihrer Familie nach Deutschland. Die Banatdeutschen haben es schwer in ihrer neuen Heimat. Um anerkannt zu werden, müssen sie sich anpassen. Vio kämpft, um ihren Platz zu finden.

Hannah Häffner

Die Riesinnen

Drei Frauen, die fest miteinander verbunden sind und dabei erst lernen müssen, was sie füreinander bedeuten: Die Riesinnen erzählt aus dem Leben von Liese, Cora und Eva, die ihre Wurzeln im Schwarzwald haben und für sich herausfinden müssen, ob diese Wurzeln sie von Großem zurückhalten oder ihnen die Sicherheit geben, ihren eigenen Weg zu gehen.

Nicole Krieg

Eggerhof


Vom Eggerhof auf der Schwäbischen Alb erzählt Nicole Krieg die Geschichte einer Bauernfamilie ab den Fünfzigerjahren: Raues Klima, steinige Äcker, Schwerstarbeit von frühester Kindheit an. Wie kann eine Familie die Verletzungen und die Sprachlosigkeit dieser Zeit überstehen?

Elli Unruh

Fische im Trüben


In der Sowjetzeit wird das Wenige, das die Familien besitzen, beschlagnahmt, ihr Leben von Mangel, Repression und Angst bestimmt. Im politischen Tauwetter der späten Sowjetunion nehmen viele von ihnen die Chance wahr, nach Deutschland auszureisen.

Der Anna-Haag-Preis wird seit 2023 vom Förderkreis der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg e. V. vergeben. Er erinnert an die Schriftstellerin, Pazifistin und Frauenrechtlerin Anna Haag (1888–1982), die unter anderem Mitglied im ersten Landtag Württemberg-Badens war. Der Passus Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden““ geht auf Anna Haags Initiative zurück. Spätestens bei Erscheinen ihrer geheimen Tagebücher der Jahre 1933-45 wurde einer breiten Öffentlichkeit klar, dass Anna Haag weit mehr verkörperte als ihr Beiname „Mutter der Kriegsdienstverweigerung“ vermuten lässt. Auch angesicht aktueller politischer Entwicklungen weltweit bleibt sie aus vielerlei Gründen eine wichtige Stimme aus der menschlichen Zivilgesellschaft.

Ulrich Rüdenauer hat zur Verleihung des Preises 2025 einen faszinierend schönen Text geschrieben, den Sie hier nachlesen können.


Der Preis würdigt Autor:innen mit hoher literarischer Qualität und gesellschaftlicher Relevanz, die meist bereits ein Stipendium des Förderkreises erhalten haben. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich.