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Den folgenden Beitrag geben wir mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „Standpunkte“ (Ausgabe November 2002) wieder. Autor ist Kuno Bärenbold, Schriftsteller in Karlsruhe.


Seit fast 30 Jahren gibt es den „Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e.V.“ Ulrich Zimmermann ist dessen Vorsitzender

Der Ermöglicher

Foto Ulrich Zimmermann

Foto: Christine Eigel

Ein schöner Buchtitel: „Trollblumen“. Erinnert wird damit an Thaddäus Troll, den Stuttgarter Schriftsteller („Deutschland, deine Schwaben“) und Gründer des Förderkreises. Alle zwei Jahre wird ihm zu Ehren ein gleichnamiger Literaturpreis vergeben. Finanziert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterstützt der Förderkreis baden-württembergische Autoren mit Stipendien sowie Zuschüssen für Übersetzungen; er organisiert Literaturwerkstätten und Veranstaltungen. Über die jeweilige „Förderungswürdigkeit“ entscheidet eine Jury.

Im Förderband 1 werden 15 junge Autoren mit Gedichten, Szenen und Erzählungen vorgestellt, die im vergangenen Jahr Arbeitsstipendien erhalten haben, „um ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, was noch im Verborgenen blüht“.

Das Etikett des „Stillen im Lande“ wird zum Kompliment

Wie schwer dies ist, weiß Ulrich Zimmermann aus eigener Erfahrung. Dabei hat der 1944 in Danzig geborene Realschullehrer zunächst Glück. Als Abiturient der „Lernfabrik Kepler-Gymnasium“ in Freiburg verfasst er „im jugendlichen Größenwahn“ sein erstes Manuskript über einen „neuen Werther“ – und findet prompt einen Verlag, der das Buch 1963 druckt. Aus dem einst schüchternen Außenseiter Ulrich wird plötzlich „eine viel beachtete Person“. Leider verkümmert die poetische Fantasie im „Schreibstuben-Kriegsdienst“ bei der Bundeswehr; erweckt wird sie wieder während des Studiums der Pädagogik.

Nie hat Zimmermann sein Ziel aufgegeben, sich als Schriftsteller zu etablieren, trotz „wohlwollender Absagen“ aus renommierten Verlagshäusern. Immerhin sichert der Beruf des Lehrers die „bürgerliche Existenz“ und bietet ihm die Chance, als „kleiner Bertelsmann“ zeitweilig die „fox produktionen“ herauszugeben: sowohl eigene als auch die Werke von Kollegen zu publizieren. Als vielseitiger Künstler nimmt er mit der „kooperative wort & jazz“ eine Platte auf, arbeitet mit Bildhauern zusammen, organisiert Literaturfeste, initiiert die legendäre Karlsruher Autorengruppe, deren „Vorrat an Gemeinsamkeiten“ jedoch bald verbraucht ist.

Zimmermanns Aktivitäten machen sogar die Stuttgarter „Schreiber-Mafia“ hellhörig. 1978 wird der „badische Eindringling“, obwohl er „nicht den richtigen Stallgeruch“ hat, in den Vorstand des Verbandes der Schriftsteller gewählt. Engagiert kümmert er sich um Kollegen, die sich als „Freie“ in materieller Not befinden, vertritt die Schriftsteller im Rundfunkrat und übernimmt 2001 das (Ehren-) Amt als Vorsitzender des Förderkreises: „Ich versuche, dem nicht mehr ganz jungen Verein neue Impulse zu geben, die klassische Unterstützung zu ergänzen, beispielsweise mit der jährlichen Herausgabe des Förderbandes.“ Dass der Mitbegründer der Ettlinger „Ateliergemeinschaft Wilhelmshöhe“ und Autor von zwölf Büchern die eigene Schreibarbeit nicht vernachlässigt, dafür sorgt nicht zuletzt das „Reformhaus Schule“.

Kontakt:…über die Geschäftsstelle des Förderkreises
Buchtipps:Förderband 1 – Trollblumen
 Reformhaus Schule – Neues aus einem halbtoten Winkel. Freiberg: Edition Wuz 2001, 40 Seiten, 10 Euro