Thaddäus-Troll-Preis 2015: Laudatio

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Richard Kämmerlings Foto: Michael Seehoff

Laudatio: Richard Kämmerlings,
Leitender Feuilletonredakteur Die Welt

Liebe Carolin Callies, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Schreiberinnen und Schreiber, liebe Leserinnen und Leser,
Wozu und zu welchem Zweck sortieren wir eigentlich Besteck? Das letzte Mal, dass ich Besteck sortiert habe, war bei einem Umzug. Eigentlich kann man dann Besteck vorher so verpacken, dass man es nicht sortieren muss. Aber wenn der Umzug beispielsweise mit einer Trennung verbunden ist, oder auch mit einer Familienzusammenführung nach langer Fernbeziehung – dann muss man das Besteck wohl sortieren. Wie viele Gabeln hat man eigentlich noch? Können die Löffelchen ihre Stellung behaupten? Und wie viele Messer haben das Wetzen überstanden?

Aber es gibt auch andere Situationen, wo Besteck sortiert wird und ein Besteckkasten her muss. Davon erzählt das Gedicht „fossiles & das erreichen des fassungsvermögens“ von Carolin Callies:

„Sachverwesungen in tassen & brot unter zierleisten
Das ist so Schränken eigen: sich zu füllen und zu leeren
& am schluss möchte niemand das geschirr.

Drum beziehst du das frisch & sortierst küchentücher
Und warst nicht besonnen beim sortiern vom besteck:
Das trug bärte, das trug brillen oder eiergroße beulen“

Was ist das für eine Situation? Die letzte Zeile des Gedichts erst gibt eindeutig Auskunft: „selbst das kleingeschnittene aus der spülvorrichtung / zahlen wir uns testamentgenau aus“

Es geht offenbar um ein Erbe. Der Hausrat wird verteilt, ein Mensch ist gestorben. Man kann es sich vorstellen: Was übrig bleibt, trägt Gebrauchsspuren. An den Tassen zeigen sich „Sachverwesungen“, auch das Besteck ist nicht ungeschoren davon gekommen, was einmal als Geldanlage gekauft wurde, sondern um alltäglich benutztes Gerät, dem man das lange Leben eben so ansieht wie seinen jahre-, vielleicht jahrzehntelangen Besitzern und Benutzern.

Das Gedicht heißt „Fossiles & das Erreichen des Fassungsvermögens“. Der erste Teil des Titels ist leicht zu deuten: Fossilien sind Versteinerungen, Zeugnisse vergangenen tierischen oder pflanzlichen Lebens auf der Erbe, also eben auch die Spuren an Tassen und das „Brot unter Zierleisten“, die noch an den Menschen erinnern, der hier gelebt hat. „Fassungsvermögen“ ist ein doppeldeutiges Wort. Es bezeichnet konkret den möglichen Inhalt eines Topfes, einer Schüssel, einer Tasse. Eines Umzugskartons. Wenn das Fassungsvermögen erreicht ist, läuft das Gefäß über.

Aber Fassungsvermögen beziehen wir auch bildlich auf den menschlichen Verstand. Wir sagen: Das übersteigt mein Fassungsvermögen und meinen die Vorstellungskraft, die Fantasie oder die ganze Summe der geistigen und emotionalen Fähigkeiten. Etwas ist nicht nachvollziehbar. Wir fassen es nicht. Können es nicht fassen. Ist der Tod eines nahen Menschen wirklich nachvollziehbar, jemals wirklich ganz zu fassen?

„Fünf Sinne & nur ein Besteckkasten“, so heißt der Lyrikband von Carolin Callies, der heute Abend mit dem Thaddäus-Troll-Preis ausgezeichnet wird. Warum eigentlich das „nur“? Reicht ein Besteckkasten nicht aus, um fünf Sinne zu sortieren, wie für Gabel, Messer, Löffel, Kaffeelöffel und sagen wir Kuchengabeln?

Was ist der Besteckkasten der fünf Sinne? Neurophysiologisch unser Gehirn, hier kommen die Informationen von Gesichtssinn, Geruchssinn, Gehör, Geschmack und Tastsinn, also auch der Haut, zusammen, wobei wir streng genommen ja auch noch andere kennen, den Gleichgewichtssinn beispielsweise.

Im Gehirn werden die Eindrücke der Sinne sortiert, in jeder Sekunde, und selbst wenn wir die Augen geschlossen haben und sogar wenn wir tief schlafen, sehen wir Dinge. „Was wohnt unterm Lid“, fragt die Überschrift des vierten Teils dieses Bandes. Sortieren müssen wir all diese Informationen gar nicht alle, vieles können wir unsortiert, ungeordnet lassen, ja wir müssen das möglicherweise sogar, wollen wir der modernen Reizüberflutung Herr werden (oder Frau).

Der Besteckkasten, mit dem Carolin Callies hantiert, ist die Sprache. Sie ist das Besteck, mit dem die Wahrnehmungen, aus welcher Quelle auch immer, festgehalten, bearbeitet, analysiert und seziert werden. In ihrem Alltagsgebrauch ist die Sprache ein Gefäß, dessen Füllstrich schnell erreicht ist. Dann sagen wir, dass es uns „die Sprache verschlägt“, uns „die Worte fehlen“, dass wir stumm werden, etwa vor Schmerz oder vor Trauer. „Spricht die Seele, so spricht, ach die Seele nicht mehr. Aber es ist der Anspruch der Literatur, auch die Seele zum Sprechen zu bringen. Und manchmal, in glücklichen Momenten, kehrt sich das Verhältnis um, und die Sprache scheint in wenigen Versen, wenigen Strophen die ganze Welt zu enthalten. Das ist das Wunder großer Lyrik: Fassungsvermögen unbegrenzt.

Die Gedichte von Carolin Callies unternehmen etwas ungeheuer Riskantes. Sie verlassen den bis in die Gegenwart festgefügten Kanon lyrischer Sujets – Natur, Liebe, diverse Reiseimpressionen – und machen den Körper zum Thema. Und nicht nur den Körper, sondern auch die höchst ambivalenten Gefühle dem Körper gegenüber, dem eigenen wie dem fremden.

In „Griess / Schließmuskelsong“ werden diese Gefühle klar benannt, Gefühle, die auch den Leser befallen: Am Anfang ist es noch eine „gänzlich falsch gestellte Frage“, nämlich die „wohin das alles fließt“. Zitiert wird die alte, philosophiehistorisch einschlägige Formel des Heraklit „Alles fließt“, aber gewendet wird sie auf die menschlichen Körperausscheidungen.

In der zweiten Strophe dann die Nahrungsaufnahme, auch hier in der Endphase eines Lebens: „vorm kauen graut mir & und vorm spuckenvoll tiefgeweichtem“. In der dritten Stophe heißt es „& spülungen & das schlucken erst! / der ekel liegt in den flocken der milch“.

Ein Lebensendgedicht, in dem der Mensch nur noch die Summe seiner zunehmend defizitären Körperfunktionen zu sein scheint, Nahrungsaufnahme, Verdauung, Ausscheidung. All das immerhin noch dem lebenden Organismus vorbehalten, in einem anderen Gedicht ist von „luftverarbeitenden Betrieben“ die Rede, da weiß man schon nicht mehr, ob die hier ablaufenden Prozesse noch Atmung sind – oder schon Oxydation.

Gerade der erste Teil des Bandes „wenn’s im Mund nach etwas riecht“ geht in obsessiver Weise physischen Verfallsprozessen nach. Der „Eintrag im Handbuch der Versehrten“ etwa ist ein Klagelied eines einst starken, vitalen Menschen: „ich hatte, es war mal, nen tüchtigen körper / eine bloße, eine schlichte epidermis. / jetzt fehlt mir der wille zur pflege der zähne / & zum gehorchen der körperöffnungen und sehnenstränge.“ Und die Strophe endet mit dem verzweifelt-resignativen Ausruf „es sind derzeit, ach, so viele freie plätze in der physis.“

Freie Plätze in der Physis, unbesetzte Stellen in der Muskulatur, wie in einer Firma, die deswegen nicht mehr funktioniert. Die Sehnen gehorchen nicht, die Körperöffnungen sind nicht mehr unter Kontrolle. Callies wirft einen illusionslosen, nicht kalten, aber nüchtern registrierenden Blick auf Sterben und Tod.

Wenn man so will, sind auch das Naturgedichte. Gedichte, die den menschlichen Körper als Organismus betrachten, als biologisches System, das irgendwann einfach nicht mehr funktioniert, das den Geist aufgibt. „Wir üben das totsein an alten maschinen“ heißt es in dem Gedicht „Trockenübung“.

Das gilt natürlich nicht nur für das Lebensende, möglicherweise noch verstörender sind jene Gedichte, bei denen die Intimität zweier Körper offenbar sexuell gemeint ist, aber an Krankenpflege erinnert. Invalidität, Verletzungen, Wunden auch hier: „jetzt lass mal, verdammt, wir nehmen das pflaster und kleben es über den fluss“ heißt es in „dir & und dem feuchten“ und etwas später: „die feuchten etagen zwischen zähnen und kronen / & du fragst: war das noch geschlechtsorgan / oder doch schon trockenobst?“

„Die Lippen sind ein seltsamer Lappen“, weiß ein anderes Gedicht, in dem am Ende selbst ein Knochenbruch zum erotischen Stimulans wird: „wir zierten uns nie in den fleischkohorten / & und werkten das ganze als gipsmon- / fraktur / & und tauften das torso & übten gar eifrig / & und nimmerzu müde die münder daran.“ Doch auch dieses Bild ist ambivalent, ein umgekehrter Pygmalion-Mythos. Wo bei Ovid die künstliche Statue lebendig wird, wird hier der lebendige Liebende per Gips petrifiziert. Versteinerung ist auch eine Methode der Haltbarmachung von Lebens- und Liebesdingen. „Sie haben uns ein Denkmal gebaut, und jeder Vollidiot weiß, dass das die Liebe versaut“, singt Judith Holofernes von der Band Wir sind Helden und ungefähr so ernsthaft muss wohl dieser Versuch der Verewigung eines Augenblicks verstanden werden.“

„Ein Festbankett konservieren (gerben o. gefrieren)“ ist ein in diesem Zusammenhang einschlägiges Gedicht des Bandes. „Vom Schlachtfest warn wir Kummer gewohnt: / du konservierst ein Schwein am besten lebend.“ Und dann kommen die Tipps des Fleischermeisters, so dass man vermuten darf, dass es nicht nur um das Büfett geht.

Das Einfrieren klappt schon mal nicht so richtig, obwohl auch hier das Sortieren und damit der Besteckkasten eine gewisse Rolle spielt: „wir aßen nur noch tiefkühlkost & tauten diese kaum noch auf. / wir friern vielmehr den hausstand ein / und kleben etiketten drauf“.

„Packeis“ kommt ins Spiel, und da darf man sich bei Carolin Callies, siehe oben, durchaus ganz kalauermäßig eine eisige Situation vorstellen, in dem eingepackt wird, der Hausstand in Kisten, Besteck inklusive. Der zweite Tipp des Fleischers ist dann noch expliziter: Gerben, eine ziemlich schmerzhafte Prozedur der Konservierung von Haut zu Leder, jedenfalls wenn sie bei lebendigem Leib geschieht. „im ledern waren wir einfach gut“ wird gesagt. Ledern, das lehrt ein Blick in das Grimmsche Wörterbuch, bedeutet als Verb auch „verprügeln“. Vom Fest bleibt also nicht viel übrig. Blutwurst im Eisfach. Auch ein Buch kann ein Gefrierschrank sein.

Eines der Motti des Bandes stammt von Friederike Mayröcker, aus dem Band „und ich schüttelte einen Liebling“ von 2005, in dem die große Wiener Lyrikerin in einen posthumen Dialog mit Ernst Jandl tritt, ihrem im Jahr 2000 verstorbenen Lebensgefährten. Es lautet: „mein Leben ist nicht von Gold, sagt EJ (also Ernst Jandl), aber es hat doch einen Wert, wenn es zu Ende geht, verabschiedet sich das Auge vom Ohr, die Nase vom Mund, die Hand von den Armen und dann zerbricht das ganze Konstrukt, so EJ (…)“

Das klingt so, als bräuchten die Sinne gar keine übergeordnete Instanz, als seien die Organe ganz von allein in der Lage, sich am Ende des Lebens zu sortieren und in den großen Besteckkasten namens Sarg einträchtig nebeneinander zu legen.

Die christliche Tradition spricht nicht nur von einer unsterblichen Seele, sondern auch von der Auferstehung des Fleisches: Seele und Leib werden wieder vereint. Was von dieser Hoffnung bleibt, formuliert Carolin Callies lakonisch so, im letzten Teil des Gedichts „Zollstock“, der betitelt ist „Flügelaltäre (drei Verpackungseinheiten)“:

In den dübeln, in den nägeln hielten wir uns /
getreu an die gebrauchsanweisung des schreins: /
Da wächst was, was sag ich, das wächst unerlass /
In den leibern am kreuz & im kreuzgang daselbst//

Sortierbar ist das schon längst nicht mehr. /
Bliebe ein ödes abzählen /
Nummeriert in den litern des weins /
& und den scheiben aus brot.“

Der Kern der christlichen Botschaft lautet, dass das Wort Fleisch geworden ist, gerade in diesen adventlichen Tagen bereiten sich Christen genau darauf vor: Auf die Feier der Geburt Jesu Christi. Bei Carolin Callies wird das Umgekehrte zum poetischen Prinzip: Hier wird das Fleisch zum Wort. „fleischgeworden, ein figurenensemble“ dekliniert den Verfall des Fleisches tatsächlich grammatikalisch durch. Die 1. Person singular bringt den Anspruch auf den Punkt „ich wollte dir die scham belassen / & und mehr als nur das nutzlose gebein; / dir lassen das lahmgeschabte wort“. Auch das Wort ist wund, ist versehrt, aber gerade deswegen kann es über den vergänglichen Leib triumphieren. Das ist keine Flucht in den Schutzraum der Sprache, in eine weltenthobene Sphäre der Ewigkeit. Die Haut als Grenze zwischen Innen und Außen erscheint durchlässig, als porös. So bleibt auch die Sprache eine Membran, die sich nicht abschließt gegenüber der Wirklichkeit, sondern Medium zwischen Innen und Außen bleibt – und damit teil hat an der Vergänglichkeit des Fleisches.

Der Kritikerkollege Michael Braun hat in der NZZ auf die Paralle von Callies Körperpoesie zu Gottfried Benns früher, expressionistischer Lyrik hingewiesen. In der Tat scheinen manchmal auch heute immer noch schockierenden Verse aus den Morgue-Gedichten von 1912 anzuklingen, etwa „Mann und Frau gehen durch die Krebsbaracke“.

Und doch trägt der Vergleich mit Benn nur bis zu einem bestimmten, eher äußerlichen Punkt. Die Haltung des Arztes Benn ist die des distanzierten Beobachters, letztlich die der Visite. Das ist schockierend genug. Aber bei Carolin Callies ist die Grenze zwischen Innen und Außen aufgehoben, auch die zwischen Ich und Du. Das lyrische Du ist eine häufige Perspektive dieser Gedichte, aber es könnte oft auch ein Selbstgespräch sein, vor allem wenn es mit dem Wir gekoppelt ist.

Ein gutes Beispiel ist „jeden Tag ein Häutchen öffnen (faustsche ausmaße)“. Um was geht es hier? Der Titel sagt es schon ganz klar, um ein Ritual, einen täglichen Zwang, eine Neurose: ein Häutchen öffnen, ein zwanghaftes Ritzen oder Kratzen. Faustsche Ausmaße, das könnte anspielen auf die manische Suche nach dem, was „die Welt im innersten zusammenhält“, ein Durchbrechen aller Außenseiten. Das Gedicht beginnt auch so: „Wir sehen nach dem Rechten auf den Oberflächen: / du trägst ein kleid unter den nägeln. / du machst es auf, du machst es zu // du machst es auf, du machst es zu /& und bedeckst es täglich neu / & jeden Tag ein frisches laster“. Und im zweiten Teil des Gedichts wird die Bearbeitung der Oberflächen auf Wände und Böden und Äcker übertragen, ein „Pflügen“, das durch Gründlichkeit gekennzeichnet ist. Von einem autoaggressiven, selbstverletzenden Verhalten ist hier die Rede, das allein durch feine sprachliche Operationen vollzogen wird.

Auch diese Gedichte sind Akte der Autoaggression, sie reißen Wunden auf, halten sie flüssig. „in den wunden munter bleiben“ (lepra).

Erträglich wird das nur durch die Form, durch die Ordnung des Symbolischen im Sinne Jacques Lacans. Es ist oft der Rhythmus, der diese Gedichte trägt, es sind Partituren für ein lautes Lesen, von dem wir gleich noch eine Kostprobe bekommen werden. Und es ist dieser Rhythmus, oft ein Pulsschlag, der die Melancholie und Todesverfallenheit dieser Gedichte aufhebt. Sie sind eben noch nicht im Packeis konserviert, stillgestellt, in ein zwar ewiges, aber auch bewegungsloses Reich von Sprache und Geist entrückt. Es sind keine „Statischen Gedichte“ wie Gottfried Benns berühmter Band aus dem Spätwerk heißt.

Statisch ist bei Carolin Callies nichts, im Gegenteil, hier herrscht die Dynamik ständiger Veränderung und Verwandlung, selbst in der Vergänglichkeit. „nun zählen wir im brei aus befunden die übrig gebliebenen tiere / und bilden daraus eine neue nahrungskette/ und’s formieren sich unterm gras die gesichtsteile neu“. Stirb und werde, dieses Goethesche Maxime aus „Selige Sehnsucht“ klingt hier immer noch durch, als ein irgendwie auch stoischer Biologismus, als ewiger Kreislauf des Kosmos. Alles fließt, auch hier. Alles wandelt sich, der uns trügeischerweise so stabil erscheinende Körper ist ein rasant sich ständig umprogrammierendes System, bis zum Tode hin, der bei genauerer Betrachtung auch schon an den Rändern des lebenden Organismus knabbert und kratzt, an Haut und Haar und Fingernägeln.

Leben und Natur sind Prozesse, und es ist das Paradox des Gedichts, in einer abgeschlossenen Form auf Unabschließbares zu verweisen. Deswegen bleibt die Ordnung des Besteckskastens immer lückenhaft und unvollständig, die Sprache durchlässig und porös – wie die Haut selbst.

Meine Damen und Herren, wozu und zu welchem Zweck sortieren wir eigentlich Besteck? So habe ich Anfang gefragt, und ich muss sagen, meine Antwort mit dem Umzug war nicht ganz ehrlich. Das Besteck des Kritikers, und vielleicht das jedes Lesers, sortiert sich selbst ständig neu, an großen Werken, die die bisherigen Instrumente auf einmal stumpf und unpräzise erscheinen lassen. Und es sollte ja ohnehin kein Ess- sondern eher ein Operationsbesteck sein. In diesem Jahr habe ich einige Bücher gelesen, die meinen eigenen Besteckkasten in Unordnung und dann vielleicht zu einem etwas veränderten, neuen Sortiersystem verholfen haben. Vielleicht wurde auch der ein oder andere Sinn geschärft. Eines dieser Bücher war das von Carolin Callies, weswegen ich mich außerordentlich freue, dass es heute abend mit dem Troll-Preis ausgezeichnet wird.

Herzlichen Glückwunsch!

 

Der Förderkreis dankt Richard Kämmerlings für die Überlassung des Textes. Alle Rechte liegen beim Autor.