Thaddäus-Troll-Preis 2010

Preisträger: Martin von Arndt

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Dr. Renate Müller-Buck, die Vorsitzende des Förderkreises, überreicht den Thaddäus-Troll-Preis an Martin von Arndt. (Fotos: Gabriele Loges)

 

Die Jury des Thaddäus-Troll-Preises hat sich in diesem Jahr für Martin von Arndts Roman Der Tod ist ein Postmann mit Hut (Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009) entschieden.
In der Begründung der Jury heißt es:

Martin von Arndt erweist sich hier als bewundernswerter Stilist, der mit erstaunlicher Sicherheit eine verblüffende Geschichte erzählt, die sich mit ihren auf den Kriminalroman verweisenden Elementen zwischen komischer Genre-Phantasie und existentiellem Ernst ansiedelt. Es ist dem auch als Musiker und Songtexter hervorgetretenen Preisträger gelungen, sein originelles, ehrgeiziges, viele Tonlagen vermengendes Unternehmen durchzuführen, ohne je danebenzugreifen.

Martin von Arndt, geboren 1968 als Sohn ungarischer Eltern in Ludwigsburg, studierte Religionswissenschaft, Germanistik und Psychologie und lebt heute als freier Schriftsteller, Musiker und Dozent in Markgröningen. Bereits sein erster Roman ego shooter (2007) fand große Beachtung.

Die öffentliche Preisverleihung fand am Sonntag, 14. November 2010, im Max-Bense-Saal der Stadtbücherei Stuttgart statt.

Zur Veranstaltung

Am Anfang stand ein Gruß der Hausherrin. Ingrid Bussmann, die Direktorin der Stadtbücherei Stuttgart, hieß die Gäste im vollen Max-Bense-Saal willkommen. Sie blickte in die Zukunft und auf den nächsten Thaddäus-Troll-Preis im kommenden Jahr – dann, so hofft sie, vielleicht schon im neuen Haus der Stadtbibliothek.

Die Vorsitzende des Förderkreises, Dr. Renate Müller-Buck, führte in die Veranstaltung ein.

Die Laudatio hielt der Schriftsteller Jürgen Lodemann. Aus seinem Porträt Martin von Arndts:

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Der Laudator Jürgen Lodemann

Dieser Autor nimmt uns nicht sanft an die Hand, jedenfalls nicht fürsorglich, höchstens in finsterer Absicht. Auf magisch realistische Weise agiert er als versteckter Straßenschreck oder Wohnküchenschock. Aus seinem Postmann-Roman zitiere ich mal eines seiner Selbstbilder: »Immer wenn ich mich bemühe, nett oder charmant auszusehen, dann beginnen Kinder zu weinen und alte Damen klammern sich an ihre Handtaschen.«

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Die Musiker Rüdiger Frank (Gesang) und Boris Celikovic (Gitarre)

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Rüdiger Frank (Gesang) und Boris Celikovic (Gitarre) mit Musik, die von Martin von Arndts Buch Der Tod ist ein Postmann mit Hut inspiriert war. Zu den Musikern schrieb Cord Beintmann in der Stuttgarter Zeitung vom 15.11.2010:

Ins Wilhelmplais waren auch zwei Freunde von Arndts gekommen, um für ihn und das Publikum aufzuspielen. Rüdiger Frank sang mit seiner ausdrucksvollen, schön brüchigen Stimme, und Boris Celikovic begleitete ihn auf der Gitarre.

Ansprache: Dr. Renate Müller-Buck

Laudatio: Jürgen Lodemann