Textwerkstatt und Standortbestimmung für AutorInnen und Autoren 

16.-17. Mai 2020 in der Waldhof Akademie für Weiterbildung, Freiburg

Was bedeutet unser Schreiben in einer Zeit, die geprägt ist von Wandel, Umbrüchen, Unsicherheiten? Und was bedeutet die Zeit, in der wir leben, für unser Schreiben?

In diesem Wochenendseminar wollen wir uns diesem Thema und einer individuellen Standortbestimmung annähern, in einem offenen kreativen Raum, bei dem die Fragen wichtiger sind als abschließende Antworten. Anhand der jeweiligen Projekte,zu denen Sie bitte einen Textauszug (s.u.) einreichen, möchten wir die Gelegenheit für Anregungen und gegenseitige Rückmeldung schaffen.

„Wenn ich weiter in einer freiheitlichen Demokratie und einem halbwegs sicheren Europa leben möchte, kann ich nicht am Rand stehen, sondern sollte versuchen, mich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einzusetzen“, so Henning Ahrens in seiner Dankesrede zum Bremer Literaturpreis 2016. Und: „Die Zeit, in der man als politisch-historisch interessierter Beobachter mit einigermaßen gutem Gewissen abseits stehen konnte, ist wohl vorbei.“

Ist das so? Und, wenn ja, was bedeutet dies für unser literarisches Schaffen? Hat Literatur die Aufgabe, sich für Werte einzusetzen, für Freiheit, Demokratie und Humanität – oder anders gesagt, sich gegen Hass, Ausgrenzung und gesellschaftliche Verrohung zu engagieren?

In der Online-Reihe „Literatur und Politik“ des S.Fischer Verlages schrieb Lektor Sascha Michel: „Die Verteidigung politischer und gesellschaftlicher Freiheiten dient auch der Verteidigung eigener, nur scheinbar völlig individueller künstlerischer Freiheiten. Zweitens kann die Literatur seit Beginn der Moderne gar nicht mehr anders, als sich immer wieder neu zu fragen, wie sie sich zur eigenen Zeit verhält. Die Antworten mögen noch so plural ausfallen, der Frage nach der Gegenwärtigkeit aber entkommt kein literarischer Text.­ – Andererseits: Literatur muss gar nichts.“

Auch Henning Ahrens versteht seine Rede nicht als Aufruf an andere Autoren: „Ich spreche für mich, und dieses Sprechen ist im Grunde nur der Versuch, zu begreifen, was vor sich geht, welche Wandlungen sich vollziehen.“

Bitte reichen Sie zu Ihrer Kursanmeldung ca. fünf Seiten eines eigenen Textes oder Projektes ein. Dabei geht es nicht darum, dass der Text „perfekt“ sein muss,sondern darum, dass der Kurs anhand der Textauszüge besser auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt werden kann. 

Das Seminar ist auf 9 TeilnehmerInnen begrenzt.

Der Seminarbeitrag beträgt 90 €. (Übernachtung/Halbpension inkl. Mittagessen)

Simone Regina Adams, Autorin (www.simonereginaadams.de) und Dozentin verschiedener Bildungseinrichtungen im Fachbereich Literatur. Nach den Romanen „Die Halbruhigen“ (Aufbau Verlag), „Glück“ (Klöpfer und Meyer) und „Flugfedern“ (Klöpfer und Meyer) schreibt sie derzeit vor allem zum Thema „Klima und Kommunikation“ (unter www.freitagsplastikfrei.de). Sie war Stipendiatin des Förderkreises dt. Schriftsteller in Baden-Württemberg, erhielt 2011 den Werner-Bräunig- Preis, war Stipendiatin des Stuttgarter Schriftstellerhauses (2014) und Stipendiatin an der Nordsee (2016).

Anmeldungen bitten wir an die Geschäftsstelle zu richten.