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Den folgenden Text veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung der Autorin. Der Text erschien in der Ausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten vom 8.4.2010. Alle Rechte liegen bei den Badischen Neuesten Nachrichten. Dramatische Geschichten rund ums SterbenDer Förderband „Stimm bruch“ stellt Arbeiten von baden-württembergischen Autoren vor„Was hört man, wenn ein Mensch stirbt? Seufzt er? Stöhnt er? Und danach?“ Diese Fragen stellt sich die junge Protagonistin Lisa Tetzner in dem Kapitel „Mich aber schone der Tod“ aus dem historischen Roman von Andrea Mecke „Weiß wie Schnee, rot wie Blut“. „Ist sein Gesicht friedlich und ruhig oder verzerrt und gequält?“ – Lisa möchte eine Antwort auf diese Fragen. Schließlich will sie ein Buch schreiben und wie soll das nur gehen, wenn sie keine Antwort darauf weiß. Aber nicht nur Lisa plagt der Kummer, auch ihre große Liebe Kurt Held (Verfasser des Kinderbuches die „Rote Zora“) muss in Andrea Meckes historischem Roman vieles ertragen: Befindet er sich doch in Zeiten des Ersten Weltkrieges gerade auf einer Krankenstation und erzählt den anderen Verwundeten Geschichten – erfundene und wahre. Und sorgt so für ein wenig Ablenkung auf der tristen Station. Das Kapitel „Mich aber schone der Tod“ ist nur ein Ausschnitt der insgesamt elf Arbeiten, die in dem Förderband „Stimm bruch“ zu lesen sind. Die Autoren wurden alle mit Stipendien ausgezeichnet und gefördert. Laut dem Herausgeber, dem Förderkreis Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, handelt es sich bei dieser neunten Ausgabe des Förderbandes um „ein Lesebuch, das die literarische Vielfalt, Originalität und Produktivität in unserem Land widerspiegelt“. „Stimm bruch“ lautet dabei auch der Titel der Arbeit von dem aus Rastatt stammenden Autor Thomas Weiß. Der 48-Jährige greift in seinem Gedicht die Themen Sterben und Tod auf: „Wenn es hier zum Sterben kommt, will ich beim Abgang den Vortritt“, lautet der Beginn des sechsten Abschnittes. „Ich will die Kälte hören, wie das Licht aus den Lidern fällt, das Summen fortschleicht aus dem Gehör“, schreibt Thomas Weiß in seinem von einem religiösen Unterton geprägten Gedicht. Tod und Sterben tauchen aber auch in vielen anderen Arbeiten des Förderbandes auf: In Susann Rosemanns „Erbschaft der alten Dame“ geht es um eine Witwe, die den Mordanschlägen ihres erbschleichenden Enkels ausgesetzt ist – diesen aber überlistet. Und auch bei Antonia Spohrs lakonischer Kurzgeschichte „Vita brevis“ geht es um den Tod: Gerade saß die junge Protagonistin Renata noch im Auswahlverfahren beim Auswärtigen Amt, kämpft sich durch die Frage rund um Helmut Kohl, Saumagen und einen türkischen Botschafter, da wird sie beim Nachhauseweg überfahren. Die Karriereträume sind damit passé. Dramatisch wird es auch in dem Roman „Vom Atmen unter Wasser“ von Lisa Dickreiter. In dem Buch, das im Herbst erscheinen wird, beschreibt die Autorin, wie eine Familie den gewaltsamen Tod der 16-jährigen Tochter verarbeitet. In dem Sammelband des Förderkreises ist das achte Kapitel mit dem Titel „Anne“ zu lesen. Es beschreibt die Perspektive der Mutter, die früh morgens aufwacht und von ihrem Schmerz eingeholt wird. „Warum wirken die Scheiß-Schlaftabletten bei mir nicht?“, fragt sie sich. Die Frau beschließt nach draußen und laufen zu gehen. „Sie konzentriert sich auf ihre Atmung und ignoriert das Stechen in ihrer Seite. Die kalte Luft brennt in ihren Lungen. Egal.“, schreibt Lisa Dickreiter. Die verzweifelte Mutter „läuft und läuft und läuft“. Miriam Steinbach |
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Stand: 16.04.2010 |
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