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Den folgenden Text veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung des Autors. Alle Rechte liegen beim Autor bzw. beim Pforzheimer Kurier. Der Text erschien in der Ausgabe des Pforzheimer Kurier vom 19.9.2002.

Förderband für Schriftsteller

„Trollblumen“ mit Lyrik von Würth

Von Mike Bartel

Gemeinhin dient ein Förderband dem Transport von mehr oder weniger sperrigen Gegenständen. Im vorliegenden Fall geht es allerdings um Literatur. Die Werke geförderter Schriftsteller, darunter der Pforzheimer Rainer Würth, werden in Form eines Buches zur Leserschaft befördert. Und dieses Buch heißt Förderband. Der Förderkreis Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, dessen Vorsitzender Ulrich Zimmermann aus Ettlingen ist, will durch diese Form der Publikation seine Stipendiaten dem Publikum näher bringen. In Anlehnung an den Gründungsvater des Förderkreises, Thaddäus Troll, wurde der erste Förderband mit dem Titel „Trollblumen“ versehen. Die 15 darin versammelten Autorinnen und Autoren haben allesamt Baden-Württemberg-Bezug und können nach Angaben der Herausgeber Ulrich Zimmermann und Rainer Wochele „natürlich nicht alles, aber Hochdeutsch. Und manche außerdem Mundart.“

Zu den des Hochdeutschen Mächtigen zählt der 1967 in Pforzheim geborene und nach verschiedenen Zwischenstationen wieder hier lebende Schriftsteller Rainer Würth. Von ihm sind mehrere fantasievolle Gedichte zu lesen. Eines heißt Theaterkantine: Die Prinzessin / isst Würstchen / letzter Aufruf / nur Regen / Gewichtsprobleme / alles nass / und kalt / wenn es nur / nicht gefriert. Ebenfalls vertreten sind die Thaddäus-Troll-Preisträger Walle Sayer und Anna Breitenbach. Ein bisschen Lyrik, ein bisschen Mundart und viele anspruchsvolle, unterhaltsame Prosatexte – daraus bestehen die nur äußerlich farblosen „Trollblumen“.

Klaus Ferentschiks „Hundsvieh“ nimmt sich der Thematik vereinsamter alter Menschen an, in Felicia Zellers „Club der Enttäuschten“ versammeln sich desillusionierte Frauen und im „Frühstückskino“ lässt Silja Binner ein studentisches Beziehungsdrama ablaufen. Jochen Weeber, der in Sersheim bei Vaihingen aufgewachsen ist, schildert verschmitzt „das ligurisches Lachen von Nummer 12“. Der Förderband 1 „Trollblumen“ (11,80 Euro, 120 Seiten, ISBN 3-8311-3094-9) durchläuft ab sofort den Buchhandel.